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Sunday 05th of September 2010

Kreistagsfraktion


Braucht Cottbus eine Babyklappe? Wie legal ist illegal? PDF Drucken E-Mail
Neuigkeiten - Stadtverband Cottbus
Geschrieben von: FDP Lausitz   
Mit Interesse hat der FDP-Stadtverband Cottbus das Statement von PD Dr. habil Thomas Erler zum Thema Kinderklappe und illegale Geburt gelesen. Das Zitieren von Statistiken ist kein geeignetes Mittel um über das Leben von Kindern zu entscheiden.


Hier andere Zahlen:


In Berlin wurden zwischen 2000 und 2003 vier Babyklappen eingerichtet. Hier sind in den Jahren 2000 bis 2006 insgesamt 26 Kinder abgegeben worden – 26 gerettete Leben!


Im von Dr. Erler erwähnten Frankreich wurden seit Legalisierung der anonymen Geburt (1941) etwa 400.000 Kinder anonym geboren. Es ist fraglich, ob diese Kinder alle eine Chance zum Überleben gehabt hätten. Jedes gerettete Kind ist die Mühe wert!

Zudem zeigt die Geschichte der Babklappe und anonymen Geburt, dass dadurch seit Kaiser Konstantin (315 n.Ch.) Leben gerettet wurde.


Aus unserer Sicht ist es von Dr. Erler sehr gewagt, Frauen, die Kinder töten, generell als psychisch krank darzustellen. Die Kindstötung bedeutet immer eine psychische Ausnahmesituation, für die vielfältige Ursachen in Frage kommen.


Die Gegenargumentation von Prof. Dr. med. Volker Lehmann (Quelle: Frauenarzt 48/2008) mutet doch etwas seltsam an, bedeutet es doch, dass alle anonym geborene Kinder, also z. B. 400.000 Franzosen, psycho-soziale Probleme haben.








Artikel 6 der UN-Kinderrechtskonvention besagt:

(1) Die Vertragsstaaten erkennen an, dass jedes Kind ein angeborenes Recht auf Leben hat.

(2) Die Vertragsstaaten gewährleisten in größtmöglichem Umfang das Überleben und die Entwicklung des Kindes.


Das Überleben des neugeborenen Kindes erhält somit oberste Priorität. Weitere Anforderungen wie Artikel 7 Absatz 1 der UN-Kinderrechtskonvention „Das Kind hat soweit wie möglich das Recht seine Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden“ sind nachrangig.


Ziel der Einrichtung von Babyklappen ist die Prävention von Kindesaussetzung und Kindstötung. Deshalb sind sie zwingend mit einem Beratungsangebot verbunden. Ein sinnvolles Netzwerk, in dem die Babyklappe und die anonyme Geburt nur letztes Mittel sind, ist nötig. Dafür muss man nicht neue Konstrukte schaffen.


Für Cottbus und die Lausitz bedeutet dies:

· Jugendämter müssen personell und finanziell so ausgestattet werden, dass auch eine Notrufnummer für das Wochenende zur Verfügung steht.

· Das Personal der Jugendämter muss psychisch kompetent sein, um diese Frauen / Familien zu begleiten.

· Vorsorge – Betreuung – Nachsorge müssen durch den Gynäkologen, die freiberufliche Hebamme und das Jugendamt in einer vertrauensvollen Zusammenarbeit abgesichert werden.

· Zivilcourage der Bürger, Frauen in Not zu Helfen!

· Die rechtliche Absicherung von medizinischem Personal und Hebammen bei Notfallversorgungen muss endlich durchgesetzt werden. Denn derzeit lebt jeder Mediziner, der einer anonymen Geburt beiwohnt oder bei einer solchen medizinische Hilfe oder Erstversorgung leistet, mit der Angst der Strafverfolgung.


Jens Lipsdorf

Vors. Stadtverband Cottbus

Vors. Kreisverband Lausitz















 

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